Hallo Philipp, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst !

Vielen Dank ebenfalls, dass ich Rede und Antwort stehen darf!

Vielleicht möchtest Du uns ganz zu Beginn Euer Startup ontavio kurz vorstellen ?

ontavio konzipiert, entwickelt und vermarktet Onlineportale. Kern unserer Produktfamilie ist das regionale Job- und Ausbildungsportal Karriere Südwestfalen, damit sind wir bekannt und groß geworden in der Region. Weitere Portale, deren Nutzen sich stark an den Bedürfnissen der Wirtschaftskräfte in Südwestfalen orientiert, sind mittlerweile dazu gekommen. Außerdem haben wir das Konzept von Karriere Südwestfalen, als Franchising in weiteren Regionen Deutschlands erfolgreich auf den Markt gebracht. Die ontavio Keimzelle liegt nach wie vor in Lennestadt.

Welches Problem wollt Ihr mit ontavio lösen ?

Südwestfalen ist die stärkste Industrieregion Nordrhein-Westfalens, hier werden ständig Arbeitskräfte gebraucht, um den Motor buchstäblich am Laufen zu halten. Wir bringen mit unseren Portalen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Region schnell und einfach zusammen: Mit unserem Karriereportal erreichen Stellenangebote monatlich über 100.000 Bewerber, auf unserem Azubiblog hashtag-ausbildung.de erzählen Unternehmen von ihren Ausbildungsangeboten und machen so authentische Werbung für ihre betriebliche Ausbildung, um den Nachwuchs zu begeistern. Und mit unserem Bewerbermanagementsystem talentstorm gelingt ein reibungsloser und moderner Stellenbesetzungsprozess.

Wie ist die Idee zu ontavio entstanden ?

Nach meinem Studium konnte ich mir gut vorstellen, wieder zurück nach Südwestfalen zu ziehen: Hier gibt es so viele erfolgreiche, innovative Mittelständler, Hidden Champions – im wahrsten Sinne des Wortes. Allerdings musste ich feststellen, dass es kein Jobportal gab, auf dem viele Unternehmen aus der Region Stellenangebote ausgeschrieben hatten. Überregionale Portale wie monster und Stepstone werden aufgrund der hohen Kosten von den Arbeitgebern nur punktuell genutzt. Zudem wollen und können die meisten Unternehmen nicht Bewerber von weit weg für sich gewinnen, sondern suchen bevorzugt Kandidaten aus der Region. Daraufhin haben wir ein Konzept entwickelt, mit dem Unternehmen zu fairen Konditionen alle ihre Stellenangebote veröffentlichen können. Dank regionaler Kampagnen konnten wir in kurzer Zeit einen extrem hohen Bekanntheitsgrad bei Bewerbern erreichen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter ontavio erklären ?

Das wird schwierig, ich versuche es mal 🙂

Bei ontavio helfen wir Menschen, den passenden Job zu finden. Das, was früher in Stellenmärkten von Tageszeitungen zu finden war, kannst du heute viel aktueller, ausführlicherer und attraktiver zu jeder Tages- und Nachtzeit auf unseren Internetseiten finden – und das kostenlos.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Wir haben kurz nach Karriere Südwestfalen ein Immobilienportal gelauncht: Wenn Menschen hier einen Job finden, könnte vielleicht auch ein Umzug nötig werden. Wir haben aber im Laufe der Jahre gemerkt, dass das einfach zwei Paar Schuhe sind und dass wir uns mit unserem Portfolio besser auf eine konsistente Produktlinie fokussieren, die sich um den Recruitingprozess dreht. Denn darin liegen unsere Stärken und wir haben eine gute Reputation.

Die größte Veränderung hat sich sicherlich seit der Einführung des Franchisings ergeben. Dadurch haben wir die Möglichkeit, viel schneller und nachhaltiger zu wachsen. Aktuell sind wir mit den Karriereportalen bereits in sieben Regionen vertreten.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Unternehmen bezahlen eine Jahresflatrate, die sich an der Mitarbeiterzahl orientieren. Einmal gebucht, können die Unternehmen die Portale eigenständig nach ihren Bedürfnissen nutzen: Bei den Karriereportalen heißt das, Stellen schalten oder wieder offline nehmen, auf den Bewerberpool zugreifen und ganzjährig mit einem Unternehmensporträt bei der Zielgruppe präsent sein. Beim Ausbildungsportal hashtag-ausbildung.de können sie nach dem gleichen Preismodell so viele authentische Posts von ihren Azubis veröffentlichen lassen – und das sooft sie wollen. Mit talentstorm können Unternehmen schließlich alle eingehenden Bewerbungen verwalten und mit den Kandidaten kommunizieren.

Wie genau hat sich ontavio seit der Gründung entwickelt ?

Wir sind bis heute stetig und gesund gewachsen, tun es weiterhin, und haben dabei die Investitionen immer aus eigener Kraft gestemmt. Persönlich mussten wir uns natürlich auch entwickeln, wir sind jetzt nicht mehr selbstständig, wir sind Unternehmer, Arbeitgeber, haben eine ganz andere Verantwortung. Da ist schon viel passiert in den letzten Jahren…

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Gar nicht mehr so klein und stetig wachsend. Wir sind eigentlich immer auf der Suche nach neuen Mitarbeitern – gerade in der Entwicklung und im Vertrieb. Außerdem kann man bei uns super in das abwechslungsreiche Leben eines Lokaljournalisten einsteigen, die Redaktion unserer lokale Nachrichten-App LokalPlus freut sich immer über talentierte Geschichtenerzähler. Also: Es sind schon über 30 Mitarbeiter…

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Die Idee, zusätzlich zu den Karriereportalen „nebenbei“ noch Immobilienportale zu entwickeln und zu betreiben.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Dass man sich auf das fokussieren sollte, was man gut kann, und was wirtschaftlich lukrativ ist. „Nebenbei“ wird man in den seltensten Fällen eine Geschäftsidee erfolgreich umsetzen.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Das sollen andere beurteilen.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Wir sind von Anfang an ohne externe Finanzierungen zurechtgekommen – also klassisches Bootstrapping. Je mehr Kunden wir gewonnen haben, desto mehr konnten wir ins Team und in die Infrastruktur investieren.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Wir sind gerade dabei, eine zweite Etage in unserem aktuellen Bürogebäude zu planen. Die befindet sich noch im Rohbau und wir sind gerade dabei, uns etwas ganz Eigenes zu schaffen. Was unsere Portale angeht, so wird sicherlich noch die ein oder andere Region in Deutschland ein Karriereportal von uns bekommen. In unserer Recruiting-Produktfamilie und in unserer lokalen Nachrichten-App LokalPlus sehen wir noch sehr großes Wachstumspotential.

Vielen Dank für das Interview.

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