Hallo Niklas, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei Sauerlandstoff kurz vor:

Hallo, mein Name ist Niklas Wohlmeiner. Ich bin 29 Jahre alt und wohne in Köln. Derzeit absolviere ich mein Referendariat zum Gymnasiallehrer in den Fächern Sport und Philosophie. In Warstein aufgewachsen, habe ich das Sauerland nach dem Abitur möglichst schnell hinter mir gelassen und in Mainz studiert. Nach meinem Abschluss dort, hatte ich ein halbes Jahr Leerlauf. Für diese Zeit bin zurück ins Sauerland gezogen und habe festgestellt, dass die Region sehr viel mehr zu bieten hat, als ich es in Erinnerung hatte. Mit viel Zeit habe ich die Region neu kennengelernt und bin nun vom Sauerland begeistert. Trotz der Arbeit in Köln verbringe ich möglichst viel Zeit im Sauerland und freue mich, wenn ich andere Menschen für das Sauerland begeistern kann.

Bitte stelle uns Euer Startup kurz in ein paar Sätzen vor:

Mit Sauerlandstoff möchten wir eine Marke schaffen, die den aktiven Lifestyle und die wunderschöne Landschaft der Region einfängt und es ermöglicht dieses Bild nach außen zu tragen. Eine Marke, die das Sauerland in einem neuen, modernen Licht darstellt und gerade für jüngere Menschen eine Möglichkeit bietet, sich mit der Region zu identifizieren. Gleichzeitig soll sie einladend auf alle Anderen wirken.

Welches Problem wollt Ihr mit Sauerlandstoff lösen ?

Wir sind vom Sauerland begeistert. Dennoch fehlt in unseren Augen eine entsprechende Außendarstellung, die gerade junge, aktive Menschen anspricht, die noch keinen Bezug zu der Region haben. Leider begegnet man immer wieder dem Ruf des Sauerlands als ein provinzielles Hinterland. Wir möchten genau dieses Image ändern und das Sauerland in einem neuen Licht präsentieren. Mit Sauerlandstoff möchten wir eine Marke schaffen, die es als offen, modern und einladend präsentiert. Wir möchten die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass mehr hinter den 1000 Bergen liegt als man auf den ersten Blick sieht. Dabei sehen wir gerade in der Natur die größte Stärke der Region. Dies wird natürlich schon lange genutzt und in Form von wunderschönen Wanderwegen, Mountainbikestrecken, Ski- und Snowboardpisten etc. sehr gut umgesetzt. Dieses Potenzial möchten wir für eine jüngere Generation sichtbar machen und ihnen eine Identifikationsmöglichkeit mit der Region bieten.

Wie ist die Idee zu Sauerlandstoff entstanden ?

Die Idee zu Sauerlandstoff ist aus dem Wunsch nach einer Marke entstanden, die das Sauerland so präsentiert wie wir es sehen. Zunächst für den eigenen Gebrauch gedacht wurden die ersten Shirts produziert. Ein Post auf Instagram brachte den Stein dann ins Rollen. Nach und nach häuften sich die Anfragen, ob und wo man so ein Shirt kaufen kann. Das positive Feedback hat mich sehr gefreut, denn es hat mir gezeigt, dass auch andere die Region so sehen wie ich.Die ersten Shirts wurden verkauft und als die Nachfrage stieg, wurde der Entschluss gefasst, eine Marke zu gründen und das Projekt Sauerlandstoff in die Realität umzusetzen.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Seit dem Start hat sich das Konzept im Grunde nicht verändert. Die Idee ist die gleiche geblieben. In der Umsetzung wollen wir jedoch bewusst flexibel bleiben.

Der Name Sauerlandstoff ist daher auch so gewählt, dass er nicht allein auf den textilen Stoff reduziert ist. Vielmehr soll der Name genug Raum lassen, sich immer wieder neu zu erfinden. Produkte im Bereich Mode sollen also in Zukunft nicht alles darstellen, was man von Sauerlandstoff erwarten kann.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Das Geschäftsmodell ist recht simpel. Wir verkaufen Textilien und Accessoires, die wir mit Hilfe von sozialen Medien so präsentieren und in Szene setzen, wie wir uns das wünschen. Dabei betten wir unsere Produkte immer in die Natur der Region ein.  Da wir uns als lokale Marke begreifen, arbeiten wir eng mit Partnern aus der Region zusammen. In Zukunft wollen über unseren eigenen Onlineshop hinaus auch im lokalen Handel vertreten sein. Hier fangen wir jedoch gerade erst an und möchten zunächst mit kleinen ausgewählten Shops arbeiten. Ein weiterer Aspekt unseres Geschäftsmodells ist es, möglichst keinen Überschuss zu produzieren. Aus diesem Grund haben wir nur einen minimalen Lagerbestand und produzieren erst, wenn der Kunde bestellt hat.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Das Unternehmen ist immer noch sehr klein. Im Grunde leite ich das Geschäft allein, bekomme jedoch tatkräftige Unterstützung durch meine Familie. Insbesondere mein Bruder ist hier eine große Hilfe. Ohne seine Unterstützung wäre das Projekt sicherlich nicht machbar. Im letzten Jahr haben wir viel ausprobiert, was finanziell einige Ressourcen verbraucht hat. Dieses Jahr konzentrieren wir uns darauf, profitabler zu werden.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Schief gehen konnte in den knapp 1,5 Jahren seit der Gründung noch nicht so viel. Jedoch haben wir natürlich Fehler gemacht. Zu Beginn haben wir versucht die Produkte in eigener Arbeit mit Siebdruck zu bedrucken. Neben dem Beruf, stellte sich das als zu zeitaufwändig heraus, sodass wir nun mit zwei lokalen Textilveredlern zusammenarbeiten. Generell ist es für uns eine große Herausforderung die Balance zwischen hochwertigen, nachhaltigen Produkten und einer dennoch akzeptablen Preispolitik zu finden. Denn auch wenn wir lieben was wir tun, können wir nicht umsonst arbeiten.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Man kann nicht alles selbst machen, sondern muss auch Sachen abgeben und die entsprechenden Profis finden.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Der Zuspruch auf den sozialen Medien zeigt uns, dass wir mit unserer Marke und auf dem richtigen Weg sind und mit unserem Gespür nicht ganz falsch liegen.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Sauerlandstoff ist eigenfinanziert und trägt sich momentan selbst. Wir achten jedoch darauf, dass wir nicht mehr produzieren, als auch verbraucht wird. Wir möchten so auch als Unternehmen möglichst nachhaltig wachsen.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Für die nächsten 12 Monate sind einige spannende Projekte geplant. An dieser Stelle möchten wir allerdings noch nichts verraten. Über Instagram und Facebook werden wir jedoch alle relevanten Neuigkeiten bekannt geben. Generell möchten wir dieses Jahr verstärkt an dem Auf- und Ausbau einer Community arbeiten und neue Geschäftspartner für den lokalen Handel finden. Falls sich ein Einzelhandel aus Dortmund angesprochen fühlt, darf er sich gerne bei uns melden 😉 Eine Sache können wir aber schon mal verraten. Wir möchten dieses Jahr eine neue Kollektion herausbringen, die den Fokus auf möglichst nachhaltige Produktion legt.

Vielen Dank für das Interview.

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